Ausstellungstipp im Inhalatorium
«Treffpunkt Kurbrunnen»

Der Verein Bagni Popolari leistet mit seiner neusten Ausstellung im Inhalatorium einen wichtigen Beitrag zum Kursaal-Jubiläum. Thematisiert werden Kurbrunnenanlagen und Trinkbrunnen als alternative Treffpunkt-Orte zum repräsentativen Kursaal.

Man trifft sich beim Trinkbrunnen

Zauberhaft, magisch, göttlich! Wo heisse Thermalquellen aus dem Boden sprudeln, müssen überirdische Kräfte im Spiel sein. Davon sind die Menschen lange überzeugt. Dort reisen sie hin, voller Hoffnung – auf Heilung, auf neue Bekanntschaften, auf Zerstreuung, auf Verdienst oder auf Erfüllung eines Wunsches. Orte mit Thermalquellen waren seit jeher bedeutende gesellschaftliche Treffpunkte.

Die Treffpunkt-Orte  haben sich im Laufe der Geschichte immer wieder geändert. Sie folgen den menschlichen Bedürfnissen und den gesellschaftlichen, medizinischen Trends. Thermalwasser trinken oder nur inhalieren, umherwandeln, im Grünen spazieren, tanzen oder der Musik lauschen – die Tipps für Zerstreuung und Erholung in Kombination mit der Badekur sind mannigfaltig und einem stetigen Wandel unterworfen.

Bild: Flyer zur Ausstellung im Inhalatorium Baden: «Treffpunkt Kurbrunnen. Trinken – Wandeln – Inhalieren». © Verein Bagni Popolari

Die Geschichte der Trinklaube – des heutigen Inhalatoriums

Um 1800 verlagerte sich die Kurkultur in Baden von den öffentlichen Bädern zur Trinkkur, weshalb die Stadt 1835 am heutigen Standort des Inhalatoriums an der Limmatpromenade eine gedeckte Trinklaube errichtete. Diese diente den Kurgästen als Ort des Austauschs, zum Trinken des Thermalwassers und für kleine Konzerte – ein vergnüglicher Treffpunkt, der im Kleinen das erprobte, was vierzig Jahre später der Kursaal war.

Zur Zeit der Kursaal-Eröffnung war die Trinklaube aber bereits renovationsbedürftig und obwohl zahlreiche ehrgeizige Ersatzpläne entstanden, fehlte Geld und Wille für einen kreativen Neubau. Realisiert wurde 1911 sschliesslich das schlichte und kostengünstige Inhalatorium. In der Ausstellung werden verschiedene Projektideen gezeigt, die jedoch nie realisiert wurden.

Das Bild zeigt die 1836 erstellte Trinklaube (links), die dem heutigen Inhalatorium gleicht. Aquatinta: Jakob Mayer-Attenhofer 1840 © Historisches Museum Baden.

Verblüffendes vor Ort entdecken

Die Ausstellung geht über das Inhalatorium hinaus und lädt dazu ein, sechs frühere Trinkorte der Bäder eigenständig mit einem Stadtplan zu erkunden. Der Rundgang führt bis zum heutigen Bad zum Raben. Der Badener Künstler Hans Trudel schuf dort 1938 eine Kurbrunnenanlage mit der Skulptur «Die Badende», welche heute in der Ausstellung zu bewundern ist.

Die Ausstellung ist vom 25. Januar bis 15. März jeweils samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Informationen zur Ausstellung

 

Foto: Kurbrunnenanlage von Hans Trudel mit Skulptur «Die Badende» auf der Brunnensäule. © Historisches Museum Baden, Fotohaus Zipser

 

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